Kurze Texte zum Frieden

Vorwort

Die Sammlung der kurzen Texte zum Frieden ergab sich bei der Arbeit an Jahrgang 1900, einer Dokumentation von Briefschaften meines Vaters. Ihr war die Feldpost 1939 bis 1943 vorausgegangen – ebenfalls eine Dokumentation von Familienbriefen. Neben Familienfotos lockern darin Aquarellskizzen das Schriftbild auf, mit welchen er Landschaftseindrücke in Frankreich und in Russland festgehalten hat. Beim Jahrgang 1900 erfüllen – neben den Familienfotos – hauptsächlich Bilder von Ansichtskarten diese Aufgabe. Doch waren sie im zweiten Teil ausgesprochene Mangelware, weshalb ich an ihrer Stelle Kästchen mit Texten eingefügt habe, die überwiegend einen Bezug zum Frieden haben und so in einen gewissen Dialog zum Inhalt der Briefe eintreten. Diese Texte sind der Grundstock der Sammlung.

Ein anderer Anstoß war der Leitartikel von Stefan Ulrich mit der Überschrift ‚Vom ewigen Unfrieden’ in der Süddeutschen Zeitung vom 19. Juli 2014, der sich für eine Verstärkung der deutschen Rüstung aussprach; 70 Jahren nach Kriegende sei die deutsche ‚Friedensdividende’ verbraucht. Der Artikel reizte mich zu einem Leserbrief (vgl. unten S. §) und zusammen mit Lutz Schuberth zum erneuten Studium von Kants ‚Zum ewigen Frieden’ (vgl. unten S. §).

Die kurzen Texte sich mehr oder minder zufällig zusammen gekommen. Wenn gleichwohl ein roter Faden durch sie hindurch geht, so ist es die – eigentlich triviale – Einsicht in die Notwendigkeit

  • wirksamer supranationaler Institutionen angesichts der heutigen weltumspannenden Gegebenheiten (Herausforderungen und Möglichkeiten),
  • eines diese Institutionen tragenden Bewusstseins (allgemeine Menschenrechte/ Weltbürgerschaft zusätzlich zur Staatsbürgerschaft/Eine-Welt-Patriotismus) und
  • die Überführung von militärischer in polizeiliche Gewalt (just policing).

Bonn, im Dezember 2015

R. Motsch

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